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Faszination Kohlebergbau - Frühlingswanderung bei LOUISE |
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Freitag, 21. April 2006 |
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Die Sonne hatte fleißig vorgearbeitet. Am ersten April waren die letzten Schnee- und Eisreste auf der Wanderroute weggetaut und so konnten 30 Wanderfreunde von der Brikettfabrik LOUISE aus, die Bergbauverhältnisse nördlich der Bahnlinie Falkenberg- Doberlug-Kirchhain erkunden. Zwischenhalt gab es am ehemaligen Standort der Brikettfabrik Hansa, einst die größte ihrer Art im Domsdorf- Tröbitzer- Braunkohlerevier. 1902 in Betrieb genommen wurde sie schon 1952 stillgesetzt und demontiert. Dabei war sie für einen Betrieb weit über diesen Zeitraum hinaus vorgesehen, denn hier sollte die Braunkohle des sogenannten Prießener Feldes verarbeitet werden. Der minderwertige Anteil wäre im neu errichteten Kraftwerk verfeuert worden, das heute zumindestens als Bauwerk immer noch beeindruckt, der Rest sollte brikettiert werden. Im Juni 1945 wäre die Anlage in Betriebgegangen, aber das schlimme Kriegsende verhinderte Ausbau und Inbetriebsetzung.
Anschließend wurde der letzte Tagebau-Aufschluss im Domsdorf- Tröbitzer- Braunkohlerevier vorgestellt und Herr Bartholomäus konnte nicht nur historische Fotos aus der Bildermappe zeigen, sondern auch aus seiner Lehrzeit berichten. Zu erfahren war, dass mit völlig veralteter, verschlissener Technik der Abraum beseitigt und die Kohle auf gerade abenteuerliche Weise gewonnen wurde. Von 1954 bis 1958 rollten die Kohlezüge, quietschten die Bagger.
Das Überbleibsel dieser letzten Kohlegewinnungsstätte ist heute ein idyllisch gelegenes Restloch. Die Wasserfläche zeigte sich am Sonnabend eindrucksvoll mit einer blau- gefrorenen Resteisdecke. Zu bemerken ist, das sich dieses Gebiet noch unter Bergaufsicht befindet und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist.
Nach einer Wanderstrecke von ca. 4 km ließen sich alle in frischer Luft den Kesselgulasch schmecken. Einige Wanderfreunde fuhren mit zurück zur LOUISE und nutzten die Gelegenheit, um bei der Fabrikführung zu erfahren, wie aus dem Rohstoff Braunkohle Briketts entstanden.
Im Herbst, genau am 14. Oktober, ist die nächste Wanderung in die Bergbaufolgelandschaft geplant, dann wird die Nordostroute erkundet.
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